Das Modell umfasst sechs ESG-Felder: Klima, Ressourcen, Natur, Arbeit, Gesellschaft und Verhalten, ergänzt durch ein übergreifendes Feld, das themenübergreifende Aspekte bündelt. Die ESG-Felder umfassen 11 ESG-Themen mit weiteren Kriterien und Indikatoren. Die Felder werden im Folgenden beschrieben.

Feld: Übergreifend

Themen: Geschäft, Nachhaltigkeit, Management

Beschreibung: Das übergreifende Feld bündelt unternehmensweit relevante Informationen zu spezifischen Themen. Der Geschäftsüberblick stellt das Kerngeschäft und das spezifische Geschäftsmodell sowie wesentliche Geschäftskennzahlen und -aktivitäten vor. Der Nachhaltigkeitsüberblick fasst die übergeordnete Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens zusammen, einschließlich Zusammenfassung, Highlights und Standards. Ergänzend dazu geht das Management-Thema detailliert auf verschiedene Managementelemente ein, die das Unternehmen themenübergreifend implementiert hat.

Feld: Klima

Themen (ESRS): Klimaschutz (E1) und Klimaanpassung (E1)

Beschreibung: Die Welt steht vor erheblichen Herausforderungen im Klimaschutz. Die aktuellen Maßnahmen reichen nicht aus, um das Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen: Die Erreichung der Klimaneutralität erfordert eine rasche Dekarbonisierung in den Bereichen Energie, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft. Klimaanpassung wird zunehmend dringlicher und erfordert ein robustes Risikomanagement sowie wirksame Schutzmaßnahmen. Unternehmen können durch eigene Initiativen, Partnerschaften und klimafreundliche Produkte einen wesentlichen Beitrag leisten. In vielen Sektoren stehen bereits kosteneffiziente und skalierbare Lösungen zur Verfügung. Entscheidend ist jetzt eine schnelle und entschlossene Umsetzung.

Feld: Ressourcen

Themen (ESRS): Kreislaufwirtschaft (E5) und Wasser (E3)

Beschreibung: Das Ressourcenmanagement stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Der Anteil recycelter Rohstoffe ist nach wie vor gering, und Industrieländer verbrauchen Ressourcen schneller, als diese natürlich regeneriert werden können. Ein Wandel hin zu ressourcenschonenden Kreisläufen – sowohl biologischer als auch technischer Art – ist unerlässlich. Unternehmen leisten hierzu Beiträge durch Ansätze wie Cradle-to-Cradle®-Design, recyclingfähige Materialien und zirkuläre Geschäftsmodelle (Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln). Im Kontext der Klimakrise gewinnen Wasserverbrauch und die Implementierung von Wasserkreisläufen zunehmend an Bedeutung.

Feld: Natur

Themen (ESRS): Biodiversität (E2) und Schadstoffe (E4)

Beschreibung: Das Naturfeld fokussiert auf die Regeneration von Ökosystemen und den Erhalt der Artenvielfalt. Der rapide Verlust von Flächen, Wäldern und Arten – verursacht z.B. durch den Anbau von Palmöl und Soja sowie intensive Tierhaltung – stellt eine erhebliche Bedrohung dar. Die Klimakrise gefährdet zusätzlich Böden, Wälder und Meeresökosysteme. Umweltschäden werden durch Verschmutzung wie Plastik in Gewässern und Luftverschmutzung durch den Verkehr weiter verstärkt. Ein Wandel hin zur nachhaltigen Nutzung und einer reduzierten Belastung natürlicher Flächen – etwa durch Fleischalternativen – kann wesentlich zum Schutz der Natur beitragen.

Feld: Arbeit

Themen (ESRS): Mitarbeitende (S1) und Lieferanten (S2)

Beschreibung: Das Arbeitsfeld zielt auf eine faire Behandlung aller Menschen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ab – von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling. Dies umfasst faire Wertverteilung, die Einhaltung von Menschenrechten und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind – insbesondere in Textilfabriken und Erzbergwerken – ausbeuterischen Löhnen und gesundheitsschädlichen Bedingungen ausgesetzt. Unternehmen können durch faire Partnerschaften, die Auswahl konfliktfreier Materialien und die Bevorzugung zertifizierter Lieferanten positiven Wandel vorantreiben und so zur globalen sozialen Entwicklung beitragen.

Feld: Gesellschaft

Themen (ESRS): Gemeinschaften (S3) und Endverbraucher (S4)

Beschreibung: Das Gesellschaftsfeld umfasst die sozialen Auswirkungen eines Unternehmens auf lokale Gemeinschaften und Endkunden. Unternehmen können Gemeinschaften durch lokales Engagement positiv beeinflussen, wenngleich Herausforderungen entstehen können, etwa wenn die Rohstoffgewinnung indigene Gruppen betrifft. Im Hinblick auf Endverbraucher adressieren Unternehmen Bereiche wie bezahlbares Wohnen, Bildung und Datenschutz. Soziale Maßnahmen und Sozialunternehmen fördern gesellschaftlichen Zusammenhalt und positive Entwicklung durch gezielte, sozial ausgerichtete Lösungen.